Über die Fortbildung zum Lerncoach (Teil 2)

Über die Fortbildung zum Lerncoach: Chancen, Stolpersteine und Aha-Effekte. Mit Insider-Anekdoten zu „Wenn Lehrer lernen“

 Teil 2: So wird in der Fortbildung zum Lerncoach gelehrt und gelernt

Durch meine Adern fließt nach wie vor das Blut einer Lehrerin. So bin ich auch im Rahmen der Lerncoach-Fortbildung voll in meinem Element – fast so, als ob man einen spielfreudigen Hund auf der Hundewiese von der Leine lässt: Mir gefällt es, anschaulich zu visualisieren, methodisch zu variieren, passende Beispiele zu finden, aus der Praxis zu erzählen – tatsächlich bin ich eher ein lebendiger „Lehrertyp“ („Deine positive Art war Motor für das Seminar! Vielen Dank für das viele Lob und deine Geduld!“, so Lerncoach Meike).

Man sagt mir mitunter auch nach, dass ich Entertainer-Qualitäten hätte. Es freut mich, zu hören, dass den Teilnehmenden in meinen Seminaren anscheinend nicht langweilig wird. Zugegeben, ab und an sitzt auch ein müder Seminarteilnehmer in der Runde. Eine solche Fortbildung neben der üblichen 40-Stunden-Woche als Arbeitnehmer oder Selbstständiger fordert einem viel Energie und Selbstdisziplin ab. Zumal der Organismus – gerade am Wochenende – auf Erholung ausrichtet ist. Daher ist es normal, dass einem erschöpft-gestressten und abgekämpften Seminarteilnehmer zu fortgeschrittener Stunde am Wochenende auch mal die Augen zufallen wollen. Für mich wiederum ist genau das das richtige Signal, um mehr Schwung in die Runde zu bringen: „Du hast uns zu Höchstleistungen motiviert und inspiriert, trotz Seminarterminen am Samstag und Sonntag nach einer arbeitsreichen Woche“ (Teilnehmer der Staatlichen Schule Gesundheitspflege W1).

Also zücke ich meinen gedanklichen Methoden- oder Didaktikkoffer und disponiere um: mehr Eigenaktivität, eine kleine Übung, ein Austausch im Freien oder ein Verschieben der Tagesordnungspunkte. Mir ist es wichtig, die Bedürfnisse der Seminarteilnehmer gleichermaßen wahr und ernst zu nehmen: „Toll, dass du immer so flexibel auf uns und unsere Befindlichkeiten eingegangen bist!“ (Feedback von Mariane).

Manchmal trägt auch ungewollte Tollpatschigkeit dazu bei, dass die Seminarteilnehmer ihre Lachmuskeln aktivieren: Mir selbst rutscht schon einmal ein Wortverdreher wie „Lerncouch“ statt „Lerncoach“ heraus (Sigmund Freud würde wohl sagen, dass ich müde bin und mich nach Ersterer sehne). Ich stolpere überdies auch gern einmal über ein Laptopkabel …

Meine wesentlichen Maximen als Fortbildnerin:

  1.  Fundiert statt funktioniert! Mir ist es wichtig, dass die Inhalte der Fortbildung fundiert sind. Ich schätze es nicht, wenn jemand Behauptungen aufstellt, die nicht belegt sind. Theorie ist mir wichtig, muss aber verständlich und nutzbar sein. Wissenschaft finde ich unerlässlich, aber nicht etwa als imponierendes oder unverständliches Kauderwelsch. Ich mag es korrekt und bodenständig: „Du kannst zu jeder Frage sofort fünf und mehr Beispiele bringen und die ‚Theorie‘ sofort greifbar machen“ (Rückmeldung des Teilnehmers Frank). Der von mir verfolgte Lerncoaching-Ansatz stützt sich auf verschiedene Beratungsansätze, sodass der Lerncoach individuell auf den Lernenden und dessen Thema eingehen kann (siehe Hardeland 2013, 28 ff.). Grundlage der Fortbildung bildet mein Buch „Lerncoaching und Lernberatung“ (2013).
  2. Praktisch statt didaktisch! Mir ist wichtig, dass die Seminarteilnehmer zum praktischen Tun kommen und sich als Lerncoach ausprobieren: „Besonders toll sind die praktischen Übungen und immer wieder der Praxisbezug, und das alles ohne Verbissenheit“ (Teilnehmerin A. C.). In der Fortbildung haben die Teilnehmenden viel Gelegenheit, um sich auszuprobieren, Stellung zu beziehen, die Inhalte zu durchdenken, zu üben und Feedback zu erhalten. „Die Ausgewogenheit aus theoretischem Input und praktischem Ausprobieren war sehr kurzweilig“, so die Teilnehmerin Kirsten. Aufgrund dessen sind die Live-Lerncoachings mit echten Klienten unter Supervision auch Teil der Fortbildung. Das ist für alle ein aufregendes Lernerlebnis und mancher Seminarteilnehmer hat vorher auch „Muffensausen“. Aber es ist für alle eine bereichernde Erfahrung, die motiviert, stärkt und „Lust auf mehr Lerncoaching“ macht (so die Teilnehmerin Sandra). Auch lege ich viel Wert darauf, dass die angehenden Lerncoaches praxistaugliches Material erhalten, welches sie gleich im Lerncoach-Alltag nutzen können.
  3. Aktiv und selbst statt passiv und konsumierend! Mir ist wichtig, dass die Seminarteilnehmermöglichst viel aktiv beteiligt sind, statt passiv zu konsumieren und die Seminarzeit als effektiv genutzt empfinden.

Dieses Feedback freut mich deshalb besonders: „Nicht nur ‚fachlich‘ super, sondern auch als Pädagogin! Tolle praktische Beispiele und Tipps. Du bist sehr motivierend“, so die Fortbildungsteilnehmerin Andrea. Über mich als Lehrende hat der Teilnehmer Jörn neulich gesagt: „Man merkt, dass du das Lerncoaching lebst. Immer gut drauf und dabei authentisch. So soll es sein! Ich habe eine Menge für die Praxis gelernt.“

Mit jeder weiteren Fortbildung zum Lerncoach wächst meine Erfahrung und ich variiere die inhaltlichen Schwerpunkte und verändere mein Vorgehen. Ich danke meinen Seminarteilnehmern für ihr konstruktives Feedback, daran kann ich wachsen und mich weiterentwickeln.


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